Sonntag, 17. Juli 2016

on the road again

Wir haben nur eine Nacht diesen unwirtlichen Ort aushalten können. Abends sind wir an der Strandpromenade Essen gegangen. Es gab gegrillte Sardinen und gesottenes Rindfleisch. Das Essen war ok, aber kein Vergleich zu der feinen Küche in Avignon.








Freitagmorgen sind wir Richtung Arles gestartet. Ursprünglich wollten wir mit dem Fernbus über Marseille nach Paris, dann nach Amsterdam,  leider keine Radmitnahmemöglichkeit. So entschieden wir uns zum Aufbruch mit dem Fahrrad Richtung Arles. Der kräftige Gegenwind ließ uns an der nächsten Bushaltestelle stoppen und den Bus nehmen. Für einen Euro pro Person und Fahrrad wurden wir ohne Probleme nach Arles mitgenommen.
Von Arles dann weiter mit dem Zug für 46 Euro bis Lyon. Hier endeten alle Verbindungen wegen des Nationalfeiertages. Im Zug lernten wir einen bikenden Arzt aus Lyon kennen, der nach langem Fachsimpeln über Ausrüstung und Radsport uns anbot, bei ihm und seiner Familie zu übernachten.
Wegen der frühen Zugverbindung am nächsten Morgen entschieden wir uns doch zu campieren.
Im Lyoner Bahnhof trafen wir auf Werner, der gerade ebenfalls auf dem Heimweg war, er kam aus Tanger und war durch Spanien bis Lyon geradelt. Er hatte eine Verbindung  am gleichen Tag bis nach Mulhouse, merkwürdiger Weise eine Verbindung im TGV, der eigentlich keine Fahrräder mitnimmt. Also die schon gekaufte Fahrkarte storniert und umgebucht, Palaver am Schalter wegen der Fahrräder bis der Chef kam, der den Transport der Fahrräder persönlich regelte. 80 Euro inkl. Fahrräder
Im TGV gibt es keine eigens vorgesehene Fahrradwaggons, so dass die Räder im Eingangsbereich des Waggons gestapelt werden mussten. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, was das bei einem kurzen Halt mit ein- und aussteigenden Fahrgästen inklusive Gepäck bedeutete.

 Egal, wir waren auf dem Rückweg und um 22.00 Uhr auf dem Campingplatz in Mulhouse.  Ein Regenschauer war gerade vorüber und die Nacht wurde mit 12 Grad empfindlich kalt.
Morgens sind wir noch einmal 28 km über den Rhein und damit über die Grenze nach Müllheim geradelt, um hier den Zug bis Bad Kissingen zu nehmen. Wir ersparen Euch die Details zu außer Betrieb befindlichen Fahrstühlen und Rolltreppen, extrem kurzen Umsteigezeiten, ausgefallenen Zugverbindungen und schmalen Waggontüren, an denen selbst leicht übergewichtige Personen gescheitert wären.
Aber wir sind in Bad Kissingen angekommen, die Stadt mit dem erotischen Charme einer beigen Birkenstocksandale, wo uns Hosseins Frau Christiane mit dem Auto abholte.

Wir haben erst morgens durch einen besorgten Anruf von Hosseins Tochter von dem fürchterlichen Anschlag in Nizza gehört. Erst im Laufe des Tages erfuhren wir Details,  die uns traurig und betroffen machten, betroffen, weil dieser Anschlag am 14. Juli auch auf der Promenade in St. Marie de la Mer hätte geschehen können, traurig, weil wieder einmal soviel Leid über viele Familien gebracht wurde.

Montag sind wir wieder in Aurich, wir bringen Euch die Sonne und Wärme mit...laut Wetterbericht. Leider konnten wir keine Zikadenfamilie überreden, uns nach Ostfriesland zu begleiten. Wir hätten gerne die Zikaden in unseren Gärten angesiedelt, wenigsten ein paar, aber sie mögen keinen Giersch und Feuchtbiotope.

Nun freuen wir uns auf unsere Familien, das eigene Bett, auf Tisch und Stühle und auf alle, die uns über den Blog begleitet haben. Es ist tatsächlich motivierend, auf so einer Reise so viel Anteilnahme und Unterstützung zu erfahren.

Übrigens, es gibt einen durchgehenden Radweg vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer.............


Mittwoch, 13. Juli 2016

Reisen ist besser als ankommen

Wir sind am Ziel angekommen. Körper,  Geist, Seele, Psyche,  Fahrräder und Ausrüstung haben durchgehalten. Die Reihenfolge ist beliebig. Jedes für sich war wichtig und trug zum Erfolg bei. Auch unsere Freundschaft hat durchgehalten und sich durch die vielen Erlebnisse und einige Krisen vertieft. 1700 km gemeinsam zu bewältigen ist schon eine stake Leistung.



Heute hat uns ein kräftiger achterlicher Wind durch die Camargue geschoben. Nach 80 km erreichten wir das Ortsschild St. Marie de la Mer und hätten dort mit unserer Freude und auch etwas Melancholie sofort umkehren sollen.




Der Ort selbst ist eine einzige Enttäuschung, Touristenmeile der schlimmsten Art. Neben unserem Campingplatz dröhnt eine Disco mit ausgesucht schlechter Musik. Wir waren uns sofort einig, nur eine Nacht und dann nichts wie weg.
Morgen erst einmal mit dem Bus über Arles nach Marseille und dann mit dem Zug nach Deutschland, Vielleicht von dort weiter mit dem Fernbus.
Schade, wir hätten gestern in Avignon bei der guten Stimmung, die in der Stadt herrschte,  die Tour beenden sollen. Der gestrige Abend wäre dafür perfekt gewesen.

Dienstag, 12. Juli 2016

Spectacle in Avignon

Um 5.00 weckte uns ein Donnerschlag und Regenschauer. Durch die Zelthaut diskutieren wir den Werdegang des heutigen Tages.
nützt ja nichts, da mutten wir dör. Im warmen Nieselregen packen wir die Zelte und verfahren uns prompt auf den Weg nach Avignon. Die Frage: Bus, Zug oder Velo. Nach einem Espresso entscheiden wir uns natürlich für das Fahrrad und nehmen die direkte Route auf der Nationalstraße.


Autos rasen an uns vorbei ohne uns zu bedrängen oder zu hupen. Bei einigen Steigungen geht uns die Puste aus, vor Avignon ging es mit über 38 km bergab in die Stadt. Hier stellt sich die weitere Frage: Zelt oder Pension. Das zunehmend bessere Wetter beantwortet die Frage. Nach dem Zeltaufbau, duschen, etc. machen wir uns stadtfein und gehen in die Stadt. Seit 18 Tagen auf dem Rad kommt uns das Gehen recht merkwürdig vor.
Nach Unmengen Natur und Kilometer sind wir Mittags in den Theatertrubel von Avignon eingetaucht. Die Stadt ist atemberaubend quirlig. Überall kleine Theatergruppen und Kleinkunst.
Nach Tapas durchstreifen wir die Altstadt und genießen den "freien"  Nachmittag bei Lifemusik und speisebegleitenden Getränken.







Wir sind fast am Ziel, nur noch ca. 80 km!!!!!

Montag, 11. Juli 2016

Katerstimmung in France

Entsprechend des Spielergebnisses gab sich heute das Rhonetal unter einer dichten Wolkendecke sehr bedeckt. Nach der kurzen Nacht sind wir um 7.00 Uhr gestartet und genossen den kühlen Morgen. Immerhin 19 Grad. Die gestrige Gluthitze hatte uns mächtig zugesetzt und wir waren über den wolkenverhangenen Himmel ziemlich dankbar. Auf dem weiterhin durchgängig asphaltierten Radweg kamen wir zunächst gut voran. Leider ließen wir uns durch eine ausgewiesene vermeintliche Abkürzung vom Rhoneradweg verführen und sind der Beschilderung gefolgt. Ein fataler Fehler, denn wir wurden in kleine abseitsgelegene Dörfer gelockt, deren wilde Romantik durch ihre enorme Höhenlage getrübt wurde. Rund 300 Meter Aufstieg zwang uns mehrfach zum Ausstieg, also schieben war angesagt. Auch die ersten Lavendel- und Artischockenfelder konnten uns nicht versöhnen.

Das Thermometer zeigte 29 Grad. Bei der gestrigen Sonne wären wir gnadenlos im Aufstieg gescheitert. Der Verbrauch von Trinkwasser ist wirklich enorm, 5 Liter Minimum während der Fahrt, dazu Früchte  von den Obstbäumen und natürlich eine tägliche Wassermelone. Leider sind die Feigen und Walnüsse noch nicht reif.


Entschädigt wurden wir dann durch rund 5 km steil abfallende Straße Richtung Montemilar. Hier gab es dann erst einmal Espresso. Es setzte leichter Regen, wer hätte gedacht, das als Erleichterung zu empfinden. Auf Regenzeug haben wir verzichtet, da die Kleidung zwischen den warmen Regenschauern immer wieder trocknete. Wir passierten die Städte Bourg St. Andeol, Lamotte und Pont St, Esprit.
Ein aufziehendes Unwetter mit kurzfristigem Starkregen trieb uns dann zu einem ausgewiesenen Campingplatz in Mondragon. Unser Tacho zeigt 98 km, wegen der Umwege durch die Bergdörfer.
Langsam merken wir die schwindende Kondition. morgen wollen wir nur bis Avignon, ca.
45 km entfernt und den Nachmittag in der Stadt verbringen. Gute Nacht Euch allen.

Sonntag, 10. Juli 2016

Stürmisch heißer Sonntag


Wir starten wieder in den frühen Morgenstunden von dem Naturcampingplatz in  Condrieux. Wir lieben diese Morgenstimmung und spüren den kühlen Fahrtwind. Der Radweg ist ab Givors durchgängig geteert und superbreit. Fahrräder haben hier vorfahrt. Da können sich die Deutschen noch etwas Nachhilfe holen. Auch auf der Straße fahrend, werden wir weder bedrängt noch angehupt. Die Verkehrsschilder sind ebenfalls kreativ gestaltet.


Entlang des Radweges sind zeitweise Skulpturen anzutreffen. Bei Marie legen wir dann eine Pause ein. Leider kein Schäferstündchen, da sie aus kunstvoll gestaltetem Stroh und Gips besteht.

Wir fahren entlang von Obst- und Gemüseplantagen. Die Aprikosen an den Bäumen sind leider noch nicht reif, das Fallobst aber schon. Nichts ist so lecker, wie überreife Aprikosen direkt vom Feld.

Die Sonne steigt stetig zum Zenit und das Thermometer zeigt satte 41 Grad. Jetzt schmilzt die Kondition wie Wachs auf der Herdplatte! Und Herdplatte ist auch die treffende  Bezeichnung für die flirrende Teerstraße.
Unterwegs treffen wir auf die Schweizer Fahrradgruppe, die uns auf den richtigen Rhoneradweg geführt hat. Die Pause nutzen wir, um uns gegenseitig vorzustellen. AgrarstudentInnen, wie sich herausstellt, auf dem Weg nach Marseille.

Die Rohne wandelt sich stetig zu einem erbärmlichen Kanal und die Wasserbauer haben ganze Arbeit geleistet. Toller Weg, Aber kein Baum und Strauch, die Ufer sind mit Betonplatten eingefasst. Es gibt weder Sonnenschutz noch Windabdeckung gegen die bekannte südlichen Winde im Rhonetal. Wir haben mindestens 30 km extrem starken Gegenwind. Geschätzt 6 bft bei sengender Sonne. 
In Valence haben wir wirklich die Faxen dicke als wir erfahren, dass der Campingplatz geschlossen ist. Wir müssen die Rhone noch einmal über eine gefühlt kilometerlange Brücke queren, weil auf der anderen Seite ein Campingplatz zu finden sei. Aus den angegebenen 6 Kilometern werden dann doch noch 18. Heute sind wir voll an unsere Belastungsgrenze gekommen und die Tshirts weisen vom getrockneten Schweiß deutliche Salzränder auf. Waschen ist angesagt.
In Charmes s Rhone finden wir endlich einen Cplatz municipal. 8,00 Euro die Nacht, dafür volles Haus wegen des Endspieles. Das ganze Dorf scheint anwesend zu sein Und geht jetzt Gott sei Dank, frustriert endlich nach Hause. Klammheimliche Freude bei uns. Vielleicht können wir heute in Ruhe schlafen. Ich vergaß, auf dem Tacho haben wir heute 99 km.










Samstag, 9. Juli 2016

Streetlife in Lyon

Nach dem Start  aus Trevoux um 7.20 haben wir einen Rat eines Radlers aus dem Internet befolgt und sind die Saone auf der linken Seite gefahren. Man sollte nicht auf die rechte  Seite wechseln, da dort Industriegebiete vor Lyon weit umfahren werden müssen. Kurz vor Lyon trafen wir auf einen radelnden älteren Frühsportler, der sich spontan anbot, uns den schönsten Weg in die Stadt zu zeigen. Wir sind mit ihm direkt an die Stadtgrenze gefahren, immer an der Saone lang. Schnell und abenteuerlich!

In der Stadt Lyon sind wir unten linksseitig den Kai gefahren und hatten einen Superblick auf die historische und moderne Architektur. Die Franzosen trauen sich was. Die Stadt ist wirklich inspirierend. Auf dem halben Weg trafen wir auf einen üppigen Gemüsemarkt mit frischen Sachen aus der Region. Hossein war in seinem Element. Mit leeren Mägen laufen wir über den Markt und schlagen zu. Oliven, Schafskäse,Baguette, Honigmelone, reife Aprikosen und Pfirsiche sind unsere Beute.
Unten am Kai bauen wir unser Frühstücksbüfett auf und sind glücklich.  Während der Gaskocher das Wasser für Tee und Kaffee erhitzt, nehmen wir die Ruhe und Gelassenheit der Lyoner wahr.



Nach dem obligatorischen Zigarillo und einem Espresso auf dem Markt verlassen wir linksseitig bis zur letzten Brücke die Stadt,  dann queren wir die Rhone.

Weiter geht es leider auf der D 315 Richtung Givors, wo wir das erste mal die Orientierung verlieren. Eine Dreiergruppe junger Franzosen war unsere Rettung, wir durften uns hinter sie klemmen. Leider konnten wir ihr Tempo nicht lange mithalten.

Hinter Givors haben wir erleichtert dann den richtigen Rhoneradweg gefunden, Welch eine Erleichterung bei 35 Grad, da auch dieser Weg fast komplett im Schatten verläuft.
Nach ca., 3 Stunden erreichten wir überraschend einen Naturcampingplatz in Condrieu nach 83 km.

Als erstes bestellten wir mit staubig und mit durstigen Kehlen ein kühles Bier. Die Cheffin jagte uns einen gehörigen Schrecken ein, als sie ernsthaft behauptete, gerade das letzte Bier ausgeschenkt zu haben. Deutsche sind hier zur Zeit vielen Schabernacks ausgesetzt.

Nun sitzen wir nach Pool und Dusche bei einem leckeren Salat und Rotwein.


Es gäbe noch soviel zu schreiben über nette Begegnungen am Wegesrand, über Menschen, die uns nach unserem Alter fragen und uns nach der ehrlichen Beantwortung Respekt zollen, über Menschen, die, nachdem sie uns als Deutsche identifiziert haben, uns bedauern oder uns mit hämischer Freunde begegnen.

Freitag, 8. Juli 2016

bumping way nimmt kein Ende

Nach dem enttäuschenden Ergebnis durch die Fehlentscheidungen hat sich Hossein so aufgeregt, dass wir nicht in den Schlaf kommen konnten. Die ganze Nacht war Remmidemmi, hupende Autos, siegestaumelnde Franzosen, haben wir uns entschieden, etwas länger zu schlafen.
Um 8.45 sind wir durch den noch schlafenden Campingplatz  Richtung Lyon aufgebrochen und wir wussten noch nicht, welche Strapazen uns diesmal bevorbestanden.
Kurz hinter Macon haben wir den Radweg verloren. Wir entschieden uns, auf jeden Fall in der Nähe der Saone zu bleiben. Das Navi führte uns durch vor Hitze flimmernden Kornfelder. Während der Fahrt stoßen wir auf einen Ort und fahren direkt auf einen duftenden Hähnchengrill. Beim Kauf  zeigte uns der Verkäufer mit zwei Fingern das Siegeszeichen der Französischen Mannschaft. Mit gebrochenem Französich, Englisch, Persisch und Deutsch diskutierten wir vor dem höllenheißen Grill die Fehlentscheidungen des Schiedsrichters. An einem anderen üppigen Obsstand kauft Hossein süße Kirschen, Weinbergpfirsiche um uns mit genügend Vitalstoffen zu versorgen.


Wir fahren die westliche Seite der Saone und genießen, die Einkäufe,  sowie einen leckeren Schafskäse, der uns schon seit zwei Tagen in den Satteltaschen begeitete. Kurze Zeit später waren wir von einer Gruppe französischer Schulkinder umringt, die uns  und unser Frühstücksgelage neugierig kommentierten.
nach Beratung mit einem französischen Radfahrer ents
cheiden wir uns für die Weiterfahrt auf dem Schotterweg.Wir kommen zwar nicht flott voran, können aber die Beschattung der Bäume genießen. Mittlerweile zeigt das Thermometer 34 Grad. Die Räder sind so verstaubt, als wenn wir durch die Sahara gefahren wären.
Nach weiteren 4 Stunden erreichen wir den Ort Trevoux mit der berühmten Brücke,  die mittlerweile zu einem Kunstwerk ausgebaut wurde. 4 blaue Frauen begrüßten, auf den Türmen sitzend, uns schon von weitem in der glänzenden Sonne.Die BBrücke ist leider wegen eines Festivals gesperrt.

Hungrig und durstig, das Wasser war uns ausgegangen, holen wir uns im nächsten Supermarkt  4 Liter Wasser, zwei Smoothies und eine 3 Kilo Wassermelone, die wir gleich vor dem Supermarkt schlachten.
Dabpnach ging gar nichts mehr. Wir entschieden uns trotz lediglich 70 km auf dem Tacho in Trevoux zu bleiben.
Nun sind wir auf dem bisher teuersten Campingplatz ( 32 Euro inkl. Wlan und kein Toilettenpapier) www.kanopee-village.com
Nach dem Ritual Zelt aufstellen, duschen,Sachen trocknen, bereitet Hossein Bulgur mit Linsen und grünen Bohnen inkl. frischem Salat, begleitet von Rotwein, Tee und Kaffe.



Morgen geht es dann durch Lyon. Wir haben jetzt das Gefühl, dass wir in Südfrankreich angekommen sind.


Donnerstag, 7. Juli 2016

Das Runde muss ins Eckige

Gestern haben wir nur bis zur Halbzeit durchgehalten. Mücken, die leere Weinflasche und die schweren Augenlider haben uns in die Zelte getrieben.
Jetzt sind wir auf einem Zeltplatz in Macon und sitzen Fußball schauend nach 93 km in einem Restaurant und nutzen die Halbzeit fürs Schreiben..0:1 .,:-((((.
In Chalon sur Saone haben wir den Radweg verloren und sind durch eine vermeintliche Abkürzung über die Felder geführt und direkt an der Saone gelandet. 10 km durch die Hölle,
bumping way, wie uns ein entgegenkommender Engländer zurief. Ein zutiefst ausgefahrender Wirtschaftsweg rüttelte uns und die Räder kräftig durch. Wir haben zeitweise nicht mehr gehofft, einen befahrbaren Radweg zu finden. Die Temperatur stieg zeitweise auf 34 Grad. Alles zerrte ziemlich an unseren Nerven und wir haben uns gegenseitig ermutigen müssen. Shit happens. Der Anblick einer in der Hitze flimmernden Teerstraße und das Schild Veloradweg waren für uns eine Erlösung.





Till Schweiger Himmel, immer das gleiche Gesicht, nicht eine Wolke

Hier gehts zum Till Schweiger Gesicht: Poetry slam Liebeserklärung an den Norden von Mona Harry.....obwohl es Euch zur Zeit sicherlich schwer fällt, bei der Wetterlage dem Norden erwas abzugewinnen.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Zu dicht am Wasser gebaut

Gestern haben wir unsere Zelte wegen der Hitze dicht am Wasser aufgebaut.  Das sollte sich als nicht klug erweisen. Schon am Abend meldeten sich die ersten Frösche zu Wort. In der Nacht versammelte sich dann anscheinend die gesamte Froschpopulation des Doubs vor unseren Zelten und krajolte anhaltend. Mit dem beginnenden Morgen stimmten dann noch weitere Tiere mit ein und hunderte von kleinen Spatzen machten ein Weiterschlafen unmöglich.
Der Lärmpegel hätte einem vorbeifahrenden Personenzug alle Ehre gemacht ;-). Im Einklang mit der Natur packten wir dann unsere Zelte um 6.00 und starteten in den jungfräulichen Morgen.





Wir genossen diese Stimmung, Nebel lag noch über dem Doubs und die Luft war kühl und frisch. Das beflügelte uns und wir erreichten zeitweise 23 kmh. Der Radweg ist durchgehend geteert und gut ausgeschildert. Die Fahrt wird lediglich durch das kurze Umfahren der reichlichen und romantischen Schleusen unterbrochen. Wir können uns ganz auf unsere Körper und die Natur konzentrieren.

Wir passieren kleine Ortschaften, die auf den ersten Blick wildromantisch erscheinen, beim Näherkommen aber den diskreten Charme des Morbiden offenbaren.
Um 11.00  machen wir dann unsere obligatorische Frühstückpause mit 6 Spiegeleiern, Baguette und Tee und Kaffee, dank Martins Gaskocher.


Danach zogen wir durch und sind jetzt auf einem Campingplatz Municipal in Verdun de le Doubs gelandet. Wir haben 110km auf dem Tacho. Starke Leistung. Bis zu unserem Ziel sind es nur noch ca. 430 km.......wenn wir uns nicht wieder verfahren :-)))).
Nach von Hossein vorzüglich zubereiteten Spaghetti mit Zucchini und Tomaten-Basilikum Soße sitzen wir jetzt bei einer Flasche Bordeaux im Mannschaftszelt und schauen Portugal-Wales. Wir sind gut zufrieden.


Camping Municipal Verdun de le Doubs, 12 Euro und mit Wlan!

Die Orte Dole, Travaux, saint Aubin und Seurre liegen hinter uns.

An dieser Stelle: Bitte entschuldigt sämtliche Schreib- und sonstige Fehler, es ist wirklich nicht einfach  für uns unterr Campingbedingungen und nach 100 km auf dem Fahrrad neben Essen machen, Duschen und Zelt auf- und abbauen, auf einem kleinen Tablet und nach dem hastigen Genuß von eisgekühlten Bieren den text einzugeben.

Dienstag, 5. Juli 2016

An dem schönen grünen Doubs

Jetzt diktiert Hossein und ich muss schreiben.

Wir haben beschlossen, dass wir früher aufstehen, um den Tag genießen zu können.  Die  Momente, die eine Ruhe auf dem Campingplatz herrschte und die Sonne sich hinter den Bergen versteckte, sind wir um 6 Uhr aufgestanden. Eine innere und äußere Ruhe begleitet uns beim  Aufräumen von unseren Zelten. Die ruhige feuchte Nacht hat unser Zelt mit Feuchtigkeit beschlagen.
Wir starten um 7.00 mit leeren Mägen und ruhigem Geist inmitten traumhafter Landschaft Richtung Besancon. Am Canal nehmen wir die noch schlafende Natur und den Tau auf den Blumen wahr. Tau liegt auf den Blättern und streichelt unseren Geist und wir stellen uns die universelle Frage nach dem Sinn des Lebens.

Tunnel de Thoraise 145 Meter lang



Heute erreichen wir unser Maximalziel von über 90 km voller Freude einen Campingplatz  am Mittelmeer und steigen wie zwei wilde Tiere in das klare, warme Wasser des Doubs, danach werden wir in einem Restaurant von einer charmanten Kellnerin mit einer deutsch-französischen Aussprache bedient. Ich nehme Chicken mit Pommes und Jürgen kleine frittierte Fische aus dem Doubs. Zum Nachtisch essen wir in dem Restaurant unseren schon seit zwei Tagen in glühender Sonne rumgefahrenden Schimmelkäse.

Temperatur 30 Grad, leicht bewölkt,  kühler Fahrtwind
Wir haben die Orte Montebeliard, Baume-les-Dames Besancon, Tunnel  de Thoraise passiert.
Der Campingplatz ist in dem Ort Dossel, direkt an dem Doubs.

Bilder gibt es leider nicht, da kein Wlan.

Der Doubs ist wirklich grün und das Wasser ist klar, anders als im canal du rhone. Zeitweise steigen Raubfische beim Beutejagen an die Oberfläche, wir tippen auf Hecht und Wels. An andere Stelle sehen wir Forellen.Eine Schlange kreuzt unseren Weg.